Aachener Zeitung, 21.05.2012

Alle Herausforderungen gut gemeistert

Chorleiter, 2.Vorsitzender und Jubilare der Orphea

Männergesangverein "Orphea" begeistert beim Frühjahrskonzert ebenso wie die "Ziach-Musikanten" als Gäste

Würselen. Endlich mal wieder ein Frühjahrskonzert! Doch leider zu einem ungünstigen Termin. Dennoch konnte der Männergesangverein "Orphea" sich freuen, eine stattliche Zahl von Besuchern begrüßen zu können, in der Hoffnung, mit seinem bunten Strauß beliebter und unterhaltsamer Melodien den richtigen Ton zu finden. Dass dies der Fall war, dass attestierten sie den Sängern, aber auch den "Ziach-Musikanten" aus Belgien am Ende eines stimmungsvollen musikalischen Bilderbogens. Unter den Zuschauern hieß stellvertretender Vorsitzender Ewald Neyses Bürgermeister Arno Nelles und dessen Vorgänger im Amt, Werner Breuer, herzlich willkommen.
Mit dem Volkslied "Der Mai ist gekommen" in einer kunstvollen Bearbeitung von Friedrich Silcher stimmte der um einige Gastsänger verstärkte Chor unter der souveränen Leitung von Willi König trefflich ein. Romantisch wurde es beim "Willkommen schöner Jüngling", eines von 600 von Franz Schubert vertonten Liedern. Als homogener Klangkörper meisterte die "Orphea" die Herausforderungen. Eine weitere Hommage an den Wonnemonat, ebenfalls bearbeitet von Friedrich Silcher, war das "Süß Liebe liebt den Mai", ein Hörgenuss. Dann ging die Post ab. Die "Ziach-Musikanten" mit ihren sieben Zieh-Harmonikern beiderlei Geschlechts im alpenländischen Outfit, Leitung Milly Bogovic, heizten die Stimmung mit "Sterne am Himmel" von Luis Platner an. Dann wurde - eine Show für sich - Holz "gehackt". Im Takt lieferte das Sägeblatt die Begleitmusik. Mit einem slowenischen Potpourri überbrachten sie Grüße von der "Rosamunde", aber auch von Slavko Avsenik, voller Schwung, wie es sich versteht. Zu "Melodien zum Verlieben", einem von Otto Groll arrangierten Medley, lud der wohl temperierte Chor ein. die Komponisten Walter Kollo, Willi Meisel und Herbert Ernst Groh kamen in dieser musikalischen Liebesgeschichte zu Wort. Dabei spannte der Bogen von dem, was eine Frau im Frühling träumt, über einen Frühlingstag im Sorrent bis zum Frühling in Berlin. Gassenhauer und Ohrwürmer wurden in rascher Folge schmissig serviert, am Klavier versiert begleitet von dem 16-jährigen Alexander Nell. Bass Karl-Heinz Kuck stellte zum ersten Mal seine Qualitäten unter Beweis, erst recht aber bei den von Kurt Gerhardt arrangierten Barbershop-Songs. Nachdem schon der Chor die Zuhörer zum Mitsingen animiert hatte, forderten sie erst recht die "Ziach-Musikanten" heraus. Gemeinsam schmetterten sie "Lustig ist das Zigeunerleben" sowie das Böhmerwald- und das Kufsteinlied, Chorsingen à la Gotthilf Fischer. Mit "Slavische Volksmusik" von Karl Wahl rollte der Chor den Teppich ein zweites Mal für die "Ziach-Musikanten" aus, die sich nicht lange bitten ließen. Noch einmal kam Slavko Avsenik bei "Tante Mizzi" zu Ehren.
Ihre Vielseitigkeit stellte anschließend die "Orphea" erneut unter Beweis. Gemeinsam ließen Sänger und Ziehharmoniker mit zwei Stücken den Konzertabend ausklingen. Die geforderte Zugabe wurde gerne gewährt.

Treue Mitglieder

Nach dem Konzert gab es ein gemütliches Beisammensein der Sänger und Musiker. Das Trio "Miljan" sorgte für die musikalische Unterhaltung. Drei treue "Orphea"-Sänger wurden geehrt. Stellvertretender Vorsitzender Ewald Neyes bedankte sich bei Franz Stolten für 25 Jahre Treue zum Chor. Auf 40 Jahre hat es Hermann Bock gebracht, und gar auf 60 Jahren Willi Offermann. Dafür gebührte ihm in besonderer Weise Dank und Anerkennung.