Aachener Zeitung, 05.06.2010

MGV "Orphea" beweist sein großartiges Können

Die Jubilare wurden geehrt

Viel Applaus bei Frühjahrskonzert. Jubilare geehrt.

Würselen. Einen facettenreichen Ohrenschmaus bereitete der Männergesangverein "Orphea" Bardenberg den zahlreichen Besuchern seines Frühjahrskonzertes in der Mehrzweckhalle An Wilhelmstein. Dabei machten er und seine Gäste einen Abstecher in verschiedene Musikepochen und Stilrichtungen, so dass alle auf ihre Kosten kamen. Auf über zwei Stunden unterschiedlichen Musikgenuss wurde nach dem Konzert mit den Sängern und Musikern angestoßen. Die Besucher waren auch in die Programmgestaltung mit einbezogen worden, nicht nur beim "Du hast Glück bei den Frau'n, Bel ami!", sondern auch beim "Das gibt's nur einmal", um nur zwei Gassenhauer vergangener Tage zu nennen.
Besinnlich-getragen stellte der Chor unter der souveränen Leitung von Willi König beim "Abendfrieden" von Mathieu Neumann sein Leistungsvermögen genauso unter Beweis wie beim "Schifferlied" von Friedrich Silcher. Aber auch die "Drei Zigeuner" von A.Zedtler und "Eine Wiese voller Margeriten" waren eine echte Herausforderung für ihn. Traditionelles Liedgut kam zur Geltung. Dirigent König gab dazu die nötigen Hilfestellungen. Der Applaus des Publikums war ein erster schöner Lohn für den Übungsfleiß, den die Sänger im Vorfeld an den Tag gelegt hatten.
Ganz nach dessen Geschmack war ohne Zweifel Silchers "Es löscht das Meer die Sonne aus". Der Kontrast dazu war der Abstecher an den "Broadwa" in New York. Schwungvoll intonierte der Chor, begleitet von Franz Körfer am Klavier, die Ohrwürmer aus dem Frederick-Loewe-Musical "My Fair Lady".

Wunderschöner Walzer

Eine Bereicherung im ersten als auch im zweiten Programmteil waren die Darbietungen des Blasquintetts des Instrumentalvereins Eilendorf. Vom Triumphmarsch aus Verdis "Aida" spannten die fünf Blechbläser über "The Entertainer" von Scott Joplin und "Dream a Little Dream of Me" einen weiten Bogen bis zum wunderschönen Walzer "Valse de Reves" von Jean-Francois Michel, einem seltener gespielten Stück.
Im Stil von Ernst Mosch und seinen Egerländern spielte das Blasquintett nach der Pause auf, Polka, Walzer und Marsch im Wechsel. Das Publikum fand seine helle Freude daran. Es war der Kontrast zum Abstecher in die 20er und 30er Jahre: "Voice & Piano", Martina Küpper (Mezzosopran) und Franz Körfer, hatten das Publikum zuvor in die auch musikalisch vermeintlich goldenen Jahre entführt. Und dafür ihren Lohn in Form von anhaltendem Applaus geerntet. Da passten die "Comedian Harmonists", die der Chor zu Ehren kommen ließ, so recht ins Bild. Zu einem fulminanten Klangkörper vereinigten sich der Chor und das Blasquintett beim "Fliegermarsch" von Hermann Dostal in einer Bearbeitung von Josef Drexler.
Fünf Sänger ehrte Vorsitzender Hans Schunk für ihre langjährige Treue. Für 25 Jahre treue Zugehörigkeit bedankte er sich bei Gerd Liedke, für 50 Jahre bei Albert Eschweiler. Zehn Jahre drauf legten Josef Dümont und Karl Grafen. Dass ein Sänger für 70 Jahre Treue zum Chorgesang geehrt wird, ist selten: Bei der "Orphea" war es Franz Kaiser, der mit dem Chor sieben Jahrzehnte abwechslungsreiche Geschichte schrieb.