Aachener Zeitung, 08.12.2009

Macht die Tore weit: Besinnliches Adventskonzert

Männergesangverein Orphea Bardenberg bietet mit Gastsängern und -musikern
Musik aus vier Jahrhunderten

Würselen. Die zweite Kerze am Adventskranz ist angezündet. Hell leuchten die Lichter an den Tannenbäumen im Altarraum. Der Kirchenraum ist abgedunkelt. Gerade die rechte Atmosphäre für ein vielseitiges adventliches Konzert, zu dem der Männergesangverein "Orphea" Bardenberg in St. Petrus und Paulus eingeladen hatte. Neben dem Bardenberger Männerchor wirkten unter der Gesamtleitung von Willi König bei der Gestaltung die Kirchenchöre St. Andreas (Aachen-Soers) und St. Mariä Heimsuchung (Kohlscheid-Kämpchen) mit. Festlichen Glanz verlieh ein Bläserquintett des Instrumentalvereins Eilendorf dem recht gut besuchten Konzert.
Dargeboten wurde ein feierlich-besinnlicher Querschnitt durch die Musikliteratur von vier Jahrhunderten. Es handelte sich zum Teil auch um liturgische Musik der christlichen Religionen, die die Herzen bewegte und ökumenisch zum Kind in der Krippe von Bethlehem führte. Dabei stellte Chorleiter Willi König durchaus hohe Ansprüche an Sänger und Zuhörer. Mit sicherer Hand geleitete er die Chöre über die schwierigen Passagen hinweg, so dass das Konzert einen äußerst positiven Gesamteindruck hinterließ. Eingestreut waren adventliche Kirchenlieder wie "Macht hoch die Tür" oder "O Heiland reiß die Himmel auf", gemeinsam angestimmt von den Chören mit den Konzertbesuchern, kunstvoll untermalt vom Bläserensemble.
"Macht die Tore weit!" - Mit diesem Chorsatz von Andreas Hammerschmidt stießen alle Sänger, zu einem wohl temperierten Klangkörper vereint, die Tür zur Ankunft des Herrn stimmgewaltig weit auf. Den Lobgesang Gottes stimmte die Orphea mit "Cantate Domino" von Giovanni Corce aus dem 17. Jahrhundert und dem "Rorate coeli" von Giuseppe Verdi aus dem 19. Jahrhundert an. Dann ein Abstecher in die russich-orthodoxe Liturgie mit "Budy imja Hospodne" und dem "Tebe Pojem" von Dmytro Bortnianski. Als Kontrapunkte dazu dann "Maria durch ein Dornwald ging" in einer Vertonung von Stefan Thomas, arrangiert vom Dirigenten selbst, und das "Magnificat" (Meine Seele preist die Größe des Herrn) des zeitgenössischen englischen Komponisten Alan Wilson. Aus einer Messe des böhmischen Komponisten Johann Kalliwoda brachten die vereinten Kirchenchöre außerdem das "Gloria" und das "Sanctus" einfühlsam zu Gehör. Die Eilendorfer Blechbläser ließen den Kirchenraum widerhallen beim "Roundeau" von Jan-Josef Mouret und dem "Where You Walk" von G.F. Händel. Angemessen getragen intonierten sie dessen "Largo". Mit der romantischen Volksweise "Sancta Maria" bezauberte der Männerchor, bevor er mit Unterstützung der Bläser das "Preist froh den König" von Jeremiah Clarke in einer Bearbeitung von Willy Trapp anstimmte. Da durfte neben "Tochter Zion" von Händel der Barockmeister Johann Sebastian Bach nicht fehlen. "Wohl mir, dass ich Jesum habe" - mit diesem Satz aus dem Weihnachtsoratorium ließen ihn die Kirchenchöre grüßen. Es folgte das Weihnachtslied "Lulaze Jesunin" aus Polen. Mit Camille Saint-Saens und "Tollite hositias" durften sich Himmel und Erde auf die Geburt Jesu freuen. Die Blechbläser sorgten am Ende mit dem Spiritual "When the Stars begin to fall" dafür, dass in Gedanken Sterne vom Himmel fielen. Die Besucher durften sie in ihren Herzen mit nach Hause nehmen.