Aachener Zeitung, 22.09.2008

Männergesangverein bindet einen bunten Strauß voller Harmonien

"Orphea" Bardenberg überzeugt das begeisterte Publikum beim Herbstkonzert.
Auch 1.Akkordeon-Orchester Breinig hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck.

Würselen Einen bunten Strauß voller Harmonien band der Männergesangverein "Orphea" Bardenberg unter seinem neuen Dirigenten Willi König beim Herbstkonzert in der Mehrzweckhalle an Wilhelmstein. Bereits die Zusammenstellung des Programms trug eindeutig dessen Handschrift. Handelte es sich doch um einen farbenfrohen Mix, von der Filmmusik über Operettenmelodien bis hin zu slawischen Volksweisen aus verschiedenen osteuropäischen Ländern.
Eine Bereicherung war der Auftritt des zwölfköpfigen 1.Akkordeon-Orchesters Breinig unter der sicheren Stabführung von Irene Hermanns-Bonaventura, verstärkt um die zweite Dirigentin Andrea Deserno. Es hinterließ durch sein gekonntes, variationsreiches Spiel einen nachhaltigen Eindruck im "Dörflein an der Wurm" und wurde am Ende von den Besuchern - unter ihnen auch Bürgermeister Werner Breuer - mit viel Beifall verabschiedet.
Mit frohem Sang und hellem Klang stieß der Chor das Tor zu zwei Stunden abwechslungsreicher vergnüglicher Unterhaltung weit auf. Schwungvoll schoben die Sänger, begleitet vom Akkordeon-Orchester, den Einzugsmarsch von Johann Strauß nach. Mit Kompositionen von Werner Richard Heymann unternahmen die Sänger unter der versierten Leitung des neuen Dirigenten einen Ausflug in die Filmwelt. Bei "Ein Freund, ein guter Freund" grüßten die "Drei von der Tankstelle" unter anderem mit Heinz Rühmann aus der Ferne.
Ganz nach dem Geschmack des Publikums war auch "Irgendwo auf der Welt", bevor es bei "Mein kleiner grüner Kaktus" ein Wiederhören mit den "Comedian Harmonists" gab. Es folgte mit "On the Railroad" eine gelungene Kostprobe eines Barbershop- Songs, wie er in den Staaten hervorgebracht worden ist.
Das Besondere: Bei diesem Genre "muss" der erste Tenor bei der Stimmführung hinter den zweiten zurücktreten.
Flott setzte das Akkordeon-Orchester den "Intercity" auf die Schiene, eine Kompositon von Adolf Götz mit vielen Tempi- und Taktwechseln. Auch bei der Lustspiel-Ouvertüre von Bela Keler präsentierte sich ein harmonischer Klangkörper, der Appetit auf mehr machte. Ihn stillten die Musikanten aus dem Stollberger Vorort genüsslich mit "Wein, Weib und Gesang" von Johann Strauß. Mit klangschönen Bildern entführten sie beim "Maske in Blau"-Medley nach San Remo an die Riviera.

Von Melodie zu Melodie geführt

Gerne griff Dirigent König, der im netten verbindlichen Plauderton von Melodie zu Melodie führte, die Idee von Konzertbesuchern auf, gemeinsam das eine oder andere Lied anzustimmen. Die Konzertbesucher ließen sich nicht zweimal bitten. Aus voller Brust schmetterten sie "Wem Gott will rechte Gunst erweisen", "Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren" und "Das macht die Berliner Luft". Auch wenn es beim Kanon einmal hakte, Hauptsache war, das Publikum hatte seinen Spaß am gemeinsamen Singen gefunden. Der stimmgewaltige Chor hallte am nächsten Morgen noch in den Ohren nach. Die Volksseele der slawischen Völker brachte die "Orphea" mit "Lied der Berghirten", einem polnischen Volkslied, und "Mondhelle Nacht", einem ukrainischen Liebeslied, zum Klingen und Schwingen. Aber auch mit solchen "Ohrwürmern" wie "Troika-Glocken", einem russischen Volkslied, und "Plovi", einem Lied aus Dalmatien.
Als Kontrast dazu die "Salome" von Robert Stolz. Mit "Ob blond, ob braun", einer weiteren Komposition des Wiener Walzerkönigs, ging so richtig die Post ab, um dann "Im weißen Rössl" von Hermann Krome Station zu machen. Zwischendurch waren die Musikanten und Sänger mit "Ahoi" in die See gestochen.

Musikalisches Erlebnis

Das Publikum war hellauf begeistert, die von ihm geforderte Zugabe ließ nicht lange auf sich warten. Es wa sich darin einig: Vorsitzender Hans Schunk hatte bei der Begrüßung nicht zu viel versprochen. Nach dem Konzert wurde mit den Musikanten und Sängern auf das schöne musikalische Erlebnis, das sie ihm bereitet hatten, angestoßen.