Aachener Zeitung, 07.05.2004

Beste Werbung für den Chorgesang in Würselen

Das Gemeinschaftskonzert in der Aula an der Klosterstraße fand Anklang.
Der Kinderchor setzt als Gast erfrischende Akzente.
Durch das Programm führte Kranz-Vorsitzender Jürgen Stockem im amüsanten Plauderton.

Würselen. Die vier Würselener Männerchöre machten bei ihrem gemeinsamen Konzert erneut beste Werbung in eigener Sache. In der Gestaltung des Programms - Gastgeber war turnusmäßig der MGV "Liederkranz" - spiegelte sich eine Entwicklung wider, den der Chorgesang in den verflossenen zwei Jahrzehnten genommen hat. Wie er sich weiterentwickelt, ohne das klassische romantische Liedgut darüber in Vergessenheit geraten zu lassen. Eine besonders lebendige Note erhielt das Konzert dadurch, dass erstmalig der Würselener Kinderchor unter Christian Bontenackels mitwirkte, der erfrischende Akzente setzte. Zu einem harmonischen Klangkörper, bestehend aus fast 150 Sängern, vereinigten sich die Chöre beim "Frohen Sängermarsch" und beim "Jägerchor" aus der Oper "Der Freischütz".
Mit zwei Titeln in russischer Sprache - auswendig vorgetragen! - eröffnete der gastgebende "Kranz" das mehrstündige Konzert. Unter dem Dirigat von Ando Gouders überzeugte der Meisterchor sowohl bei der Wiedergabe von "Otsche Naschi", dem russischen Vaterunser, als auch bei "Kol Slawen Nas" (Ich bete an die Macht der Liebe). Als Kontrapunkt dazu das Spiritual "Nobody knows" als Werbung für das Konzert, das der "Kranz" am Sonntag, 31. Oktober, in St. Sebastian geben wird.
Eine Hommage an Franz Schubert lieferte der MGV Linden-Neusen mit "Nächtliches Ständchen" und "Im Abendbrot" ab, zum letzten Mal unter dem Dirigat von Rolf Wendler stehend. Dagegen setzte er das schwungvolle "Freunde vernehmet die Geschichte" von Adolph Adam als Kontrast. Klassisch romantisch ging es weiter mit "Heimat", "Abendfrieden" und "Abendlied", als der Männergesangverein Weiden unter der Stabführung von Henri Radermacher der beim Gemeinschaftskonzert sein Debüt gab.

Die heitere Welle

Auf der heiter beschwingten Welle schwamm der MGV "Orphea" Bardenberg weiter. Vor allem versetzte er sein Publikum mit "Melodien zum Verlieben", goldenen Evergreens aus der Feder von Walter Kollo, Peter Kreuder, Will Meisel und Gerhard Winkler, in Verzückung, nachdem er zuvor den "Can-Can" von Jacques Offenbach temperamentvoll aufgelegt hatte.
Nicht minder rührte er die Werbetrommel für sein Konzert am Samstag, 8. Mai, mit einem musikalischen Querschnitt aus "My fair Lady". Der MGV Linden-Neusen, der dann ein Konzert unter dem Motto "Musik im Salon" gibt, lieferte eine weitere Kostprobe seines Könnens mit kunstvollen Weisen - wie "Lied in den Rosen" und "Der Spielmann" - ab. Ein Loblied auf den schönen Wald, in Noten gesetzt von F. Mendelssohn-Bartholdy, stimmte der MGV Weiden an, bevor in "Vom Naschen" W.A. Mozart sich als Komponist eines Kunstliedes entpuppte. Keinen Hehl machten die Weidener Sänger daraus, dass ihr Herz dem Moselwein gehört. In meisterlicher Manier setzte der Gastgeber dem Meister des Kunstliedes, Friedrich Silcher, mit "Süß Liebe, liebt den Mai" und "Das Herz" ein Denkmal, bevor es dann auf schwäbisch "Muss i denn zum Städtele hinaus" ging.
Wie Bürgermeister Werner Breuer überzeugte sich auch Kreischorleiter Rolf Besse, der bei einigen Titeln die Begleitung am Flügel übernommen hatte, davon, dass der Chorgesang in Würselen lebt und auch weiter leben wird, wenn es den Chören gelingen sollte, ihre Nachwuchsprobleme mit vereinten Kräften zu lösen ...

Sturm der Begeisterung ausgelöst

Der Würselener Kinderchor stieß die Tür mit "Probier's mal mit Gemütlichkeit" zur heiteren Seite des Chorgesanges weit auf.
Beim Denver-Ohrwurm "Take me home, country roads" machte sich ausgelassene Stimmung in der Aula an der Klosterstraße breit
Mit "We are the world" rührten sie die Werbetrommel für die eine Welt.
Und mit "Vielen Dank für die Musik" verabschiedeten sich die meist jungen Sängerinnen - die Jungen konnte man fast an einer Hand abzählen - nicht ohne einen Sturm der Begeisterung bei den Zuhörern ausgelöst zu haben.