Aachener Zeitung, 14.12.2002

Meisterliche Leistungen von Sängern und Musikern

Benefizkonzert zu Gunsten der Flutopfer in Pirna

Würselen. Eine wunderschöne musikalische Einstimmung auf das Weihnachtsfest erlebten die Besucher des Benefizkonzerts, zu dem das Mandolinenorchester Bardenberg und der Männergesangverein "Orphea" in der Pfarrkirche St. Petrus und Paulus eingeladen hatten. Durch das Konzert bekundeten die Musiker und die Sänger ihre Solidarität mit den Flutopfern in Pirna. Der Schirmherr, Bürgermeister Werner Breuer, sagte nicht nur ihnen dafür ein herzliches Wort des Dankes. Vielmehr auch den beiden Pfarrangehörigen, Frau Krüger und Frau Bentsch, die die zwischenpfarrliche Kontakte bereits kurz nach der Katastrophe und vor Ort geholfen hatten, die Not der Menschen zu lindern.
Mit den Veranstaltern des Benefizkonzerts freute sich Breuer darüber, dass die Kirche voll besetzt war und somit manches Scherflein zusammenkam, um weitere Hilfsaktionen finanzieren zu können. Mit der "Toccata" von J. S. Bach stimmte auf der Orgel Thomas Gottschalk majestätisch-barock in das facettenreiche Programm ein. Mit einem von seinem Dirigenten Herbert Huppertz bearbeitetem Medley adventlicher Lieder und Weisen spannte das Mandolinenorchester den Bogen von "Wachet auf, ruft uns die die Stimme" weit bis zu Händels "Tochter Sion". Solistisch brillant trat im Winter der "Vier Jahreszeiten" von Antonio Vivaldi die Flöte in Erscheinung, die bei den weiteren Darbietungen mit dem Akkordeon den harmonischen Klangkörper noch fülliger erscheinen ließ.

"Orphea" unter neuer Stabsführung
Unter Stabsführung seines neuen Dirigenten Willy Beckers präsentierte sich der MGV "Orphea". Bereits bei dem dynamisch, mit innerer Spannkraft vorgetragenen "Wachet auf, ruft uns die Stimme" von Philipp Nicolai war die Handschrift des neuen Dirigenten nicht zu überhören. Feinsinnig trugen über 30 Sänger die getragene Volksweise "Maria durch den Dornwald ging" vor, bevor sie sich beim "Cantate Domino" von Giovanni Croce anspruchvollster Chormusik zuwandten. Willy Beckers spornte seinen Chor zu großartiger Leistung an.
Eine festliche Klangnote der besonderen Art verlieh das "Granus-Quartett" dem Konzert. Die Kirche hallte von den reinen Klängen der Trompete, des Horns, der Posaune und der Tuba wider. Brillant intonierten die vier Blechbläser im ersten Programmteil Werke von J. S. Bach, Girolamo Frescobaldi und Andrea Gabrieli. Erst recht überzeugten sie durch meisterliche musikalische Leistungen nach der Pause, als sie "Hostias" von Anton Bruckner, das Andante aus dem "Nachtlager" von Konradin Kremer und das "Trumpet Voluntary" des englischen Barockkomponisten Henry Purcell zu Gehör brachten.
Mit "Andante Grazioso" des niederländischen Komponisten Johann B. Kok und "Slow Moverment" von W. A. Mozart in einer Bearbeitung des Dirigenten stellte das Mandolinenorchester im zweiten Programmteil seine Spielfreude und seine Gestaltungsfähigkeit unter Beweis.
Der Chor empfahl sich unter anderem durch die exakte Intonation von "Es ist ein Reis entsprungen" des bedeutenden Kirchenmusikers des 17. Jahrhunderts, Michael Praetoriums, und von "Hymne an die Nacht" von Beethoven. Keine Frage, dass mit Willy Beckers was die Auswahl der Chorwerke und deren Interpretationen anbetrifft, eine neue Epoche angebrochen ist.
Mit dem gemeinsam angestimmten "Macht hoch die Tür" verabschiedeten sich Musiker, Sänger und Konzertbesucher voneinander.