Aachener Zeitung, 08.05.2001

Schönes Konzert im Dörflein

Zwei Chöre und ein Orchester begeisterten das große Publikum

Würselen. Im Verein mit dem Mandolinenorchester Bardenberg bot der Männergesangverein "Orphea" Bardenberg auf seinem Frühjahrskonzert über zwei Stunden lang musikalische Unterhaltung auf hohem Niveau. Seinen Beitrag zur Programmgestaltung leistete der MGV "Waldecho" 1911 Oberneubrunn, der in Begleitung von Landrat Thomas Müller den Weg aus dem thüringischen Kreis Hildburghausen ins "Dörflein" gefunden hatte.
Über die erfreuliche Resonanz freute sich "Orphea" - Vorsitzender Hans Schunk, der neben den Gästen aus der Mitte der Republik auch Vize-Bürgermeister Hans-Josef Bülles, den Kreistagsabgeordneten Karl-Heinz Viehoff und den Beigeordneten Werner Birmanns, aber auch vom Sängerkreis Aachen Willi Thelen und den stellvertretenden Kreischorleiter Peter Finken willkommen hieß.
Unter dem Dirigat von Karl-Heinz Kuck, der für den erkrankten Cornel Mahr Anfang März in die Bresche gesprungen war, trat die "Orphea" zum Konzert an. Festlich getragen stimmte sie mit "Feldeinsamkeit" von Ernst Wedel in das Programm ein. Weitere Kostproben seines gesanglichen Leistungsvermögens lieferte der rund 30-köpfige Klangkörper mit romantischen Kunstliedern von Franz Schubert, darunter die bekannten Titel "Die Nacht" - ein wahrer "Ohrwurm" - und "Der Gondelfahrer", bei dem Cornel Mahr die Klavierbegleitung übernahm. Diszipliniert und versiert stellte sich der Chor den musikalischen Herausforderungen, sicher geleitet von seinem Dirigenten Karl-Heinz Kuck. Stimmungsvoll verschrieb sich die "Orphea" im zweiten Programmteil zunächst dem Komponisten Kurt Lißmann. Nicht weniger als vier Werke, von "Der Tanzbodenkönig" über "Lied der Hirten" und "Mondhelle Nacht" bis hin zu "Trojka Glocken", brachte er mit viel Sensibilität zu Gehör.

Sensibel intoniert
Volkstümlich beschwingt setzte der Bardenberger Chor mit dem "Trommler Lied" und "Mala Moja" einen die Zuhörer begeisternden Schlusspunkt. Mit "Kleinen Festmusik" von W. Hubert stellte sich das Mandolinenorchester unter der souveränen Leitung von Herbert Huppertz vor, ein durch Flöte und Akkordeon abgerundeter harmonischer Klangkörper. Solistisch gekonnt trat der Flötist in Beethovens "Romanze F-Dur" in Erscheinung. Tänzerisch leicht machte das Orchester mit dem "Menuett" aus "Don Juan" einen Abstecher zu Mozart, arrangiert von Konrad Wölki.
Munter und unbeschwert musizierte es bei der "Anna-Polka" von Johann Strauß drauf los, die Tempiwechsel fest im Griff. Diverse Abstecher in südliche Gefilde machten die gut gelaunten Musikanten im zweiten Programmteil. Vor allem beim "Spanischen Ständchen" und bei "Noche de Estrellas" von A. Malanda weckten sie bei den Zuhörern Sehnsüchte nach Sonne und Wärme. Mit dem "Weihelied" aus der "Zauberflöte" von Mozart grüßten die thüringischen Gäste ihr Bardenberger Publikum, bevor sie mit "Santa Maria" und "Nächtliches Ständchen" von Schubert ins romantische Liedgut wechselten. Der MGV "Waldecho" überbrachte unter Leitung von Hermann Börner auch Grüße aus seiner wunderschönen Heimat.
Mit "Mein Thüringen" von C. Künhold pries er die landschaftlichen Schönheiten und die kulturellen Denkmäler in den höchsten Tönen. Eine Werbung für eine Gegend, mit der das "Dörflein" genauso wie die Stadt Würselen nun schon zehn Jahre freundschaftliche Kontakte pflegt. Mit "Frei Weg" von C. Latann verabschiedeten sich Sänger und Musikanten von der Bühne, um anschließend im Foyer der Halle mit ihren Zuhörern auf einen gelungenen Konzertabend anzustoßen, aber auch um die Bande der Freundschaft mit den thüringischen Gästen fester zu knüpfen.
Am Samstag, den 23. Juni 2002, richtet der MGV "Orphea" Bardenberg auf der Freilichtbühne Burg Wilhelmstein das Chorkonzert des Sängerkreises Aachen aus. Neben ihm werden der MGV "Liederkranz", der MGV "Linden-Neusen" und der MGV "Weiden" bei der Programmgestaltung mitwirken.