Aachener Nachrichten, 09.12.20004

Musikalisch auf dem Weg zu neuen Ufern

Männergesangverein "Orphea" bot gemeinsam mit dem Streicherensemble Sinfonietta Regio
ein festliches Konzert in der Pfarrkirche Sankt Petrus und Paulus in Bardenberg

Bardenberg. Unter der Stabführung von Willy Beckers bricht der Männergesangverein "Orphea" musikalisch vermehrt zu neuen Ufern auf. In der Pfarrkirche St. Petrus und Paulus bot er, unterstützt von einem neunköpfigen Streicherensemble, Mitglieder der Sinfonietta Regio, ein festliches Konzert, das bei den über 200 Besuchern ein lebhaftes Echo fand. Das ganz auf die Advents- und Weihnachtszeit abgestellte Programm stimmte besinnlich und heiter auf das bevorstehende Fest der Geburt Jesu ein.
Da wunderte es nicht, dass sich im Gotteshaus Gänsehaut-Feeling breit machte, als der zwölfjährige Yannick beim Trommlerlied auf der Trommel den Takt vorgab. Mit dem Chor gemeinsam stimmten die Konzertbesucher am Ende das erwartungsfrohe "Macht hoch die Tür" an.
Einfühlsam intonierte die über 30-köpfige, harmonisch ausgerichtete Sängerschar das bekannte Lied "Maria durch ein Dornwald ging" an und bereiteten damit den Boden für einen nicht alltäglichen Konzertgenuss.
"Wie soll ich dich empfangen?" Dieser Frage ging sie bei "Advent" nach, bevor sich beim "Wachet auf, ruft uns die Stimme" eine freudige Erwartung im Kirchenraum breit machte. Der rote Teppich war ausgerollt für das "Concerto grosso, opus 6, Nr. 8" von Arcangelo Corelli, des italienischen Hauptmeisters der Barockzeit. Das Steicherensemble bot unter dem Dirigat von Willy Beckers einen besonderen Hörgenuss. Daraufhin stimmten die Sänger das "Cantate Domino" an und wurden gehobenen Ansprüchen gerecht. Nicht minder bei dem wunderschönen Lobgesang "Sancta Maria" von Johannes Bühler. Den Frieden sehnten sie sich beim "Dona pacem, Domine" von Luigi Cherubini kraftvoll und inbrünstig zugleich herbei. Mit diesen drei Titeln bewegte sich die "Orphea" abseits von ausgetretenen Wegen der Chorliteratur.
Beim "Air" aus der Orchester-Suite Nr. 3, D-Dur von Johannes Sebastian Bach, stimmungsvoll dargeboten vom Steicherensemble, konnten die Zuhörer erst recht die Seele baumeln lassen und Abstand vom Alltagsstress gewinnen. Nahtlos reihten sich "Sinfonia" und "Pifa" aus Georg Friedrich Händels Oratorium "Der Messias" an, nicht minder eindrucksvoll durch die Steicher in Szene gesetzt.
Einen Abstecher in die Volksweihnacht unternahm der Chor mit "O du gnadenreiche Zeit" von Hermann Ophoven, besser bekannt unter "Markt und Straßen sind verlassen". Das Trommler-Lied von Alban Cohnen verfehlte in der gebotenen Interpretation nicht seine Wirkung. Chor und Streicher-Ensemble vereinigten sich zu einem wohltemperierten Klangkörper bei den nachfolgenden Darbietungen. Dabei wurde der Bogen gespannt von "Ave, verum corpus" von Wolfgang Amadeus Mozart über "Vom Himmel hoch" von Philipp Wolfrum und "Es ist ein Reis entsprungen" von Michael Praetorius bis hin zur "Hymne an die Nacht" von Ludwig van Beethoven. Auch diese vier Darbietungen waren ganz nach dem Geschmack des Publikums, das der "Orphea" bereitwillig zu neuen Ufern im Chorgesang folgte, was durch den Abschluss-Applaus nur noch unterstrichen wurde.